KV-Versicherungspflicht
kommt! So kann sich z.B. eine 44-jährige Selbständige (kein Arbeitgeberanteil!) schon für weniger als 100 Euro Monatsbeitrag (Gesamtprämie incl. Pflegepflichtversicherung!) versichern, wenn sie 5.000 Euro Selbstbehalt nicht scheut. Selbst in einem Premium-Tarif mit gleicher Selbstbeteiligung beträgt die Prämie noch unter 150 Euro im Monat. Bei vergleichbaren Bedingungen würde ein Tarif ohne oder mit geringer Selbstbeteiligung weit über 400 Euro im Monat kosten. Spart der Versicherte im Großschadentarif monatlich „nur“ 300 Euro ein, summiert sich dieser Betrag auf 3.600 Euro im Jahr, was rein rechnerisch das Restrisiko auf verträgliche 1.400 Euro minimiert. Hinzu kommt, dass die besten dieser Großschadentarife auch beste Bedingungen bieten, so dass mit der vereinbarten Selbstbeteiligung definitiv fast alle Behandlungskosten abgedeckt sind. Eine der wenigen Ausnahmen wäre der Zahnersatz, in dem in der Spitze „nur“ 85% oder 90% der Kosten abgesichert sind. Wenn sich Nichtversicherte nach neuem Versicherungsschutz umsehen, haben
sie prinzipiell zwei Möglichkeiten: sie bemühen sich selbst
darum, oder sie lassen das Problem auf sich zukommen - vielleicht in der
Hoffnung, dass kurzfristig gar nicht nachweisbar ist, wer nicht versichert
ist. Es bleibt ja immer noch der Ausweg, in den sog. „Standardtarif“
(der ab 1.1.2009 in den Basistarif übergeleitet wird) zu wechseln.
Dieser soll auch bei vorhandenen Erkrankungen einen Annahmezwang ohne
Beitragszuschläge beinhalten und darf nicht mehr kosten, als der
Höchstbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung. Zusammen mit
der Pflegepflichtversicherung kommen da leicht Monatsbeiträge um
600 Euro zusammen. Bemerkenswert ist, dass diese Großschadentarife in der Bevölkerung weitgehend unbekannt sind. Aus welchem Grund auch immer, die meisten Versicherten schwören auf Tarife mit niedrigem Selbstbehalt – und rührige Versicherungsvertreter lassen die Kunden in dem Glauben, dort gut versichert zu sein. Dabei sind es gerade einige der vielen Kompakt- und Basistarife, die dem Versicherten Sicherheit nur vorgaukeln. Die Kunden wären manchmal besser beraten, die Versicherungsbedingungen zu lesen, anstatt sich auf die Hochglanzprospekte der Versicherungsgesellschaften zu verlassen, die „100-prozentigen Schutz“ versprechen. Die Balance zwischen Beitrag und Leistung zu finden, ist vielen, aber
auch nicht allen, Großschadentarifen gelungen. Beste Leistungen
bei bezahlbaren Prämien anzubieten funktioniert nur dann, wenn der
Versicherte Eigenverantwortung zeigt – eben in Form der Selbstbeteiligung.
Um den Antragsteller nicht einem unkalkulierbaren Risiko auszusetzen,
verzichtet nur einer der in Deutschland angebotenen Großschadentarife
auf die üblichen Gesundheitsfragen im Versicherungsantrag. Stattdessen
unterzieht sich der Antragsteller einer ganztägigen Eingangsuntersuchung,
die über die Aufnahme in das gesündeste Versichertenkollektiv
Deutschlands entscheidet. Die Kosten dafür trägt der Versicherer,
genauso wie die der (freiwilligen) Vorsorgeuntersuchungen in der Zukunft.
Hier ist man wirklich daran interessiert, dass der Kunde gesund bleibt
– und da gehört die Prävention ganz obenan.
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